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Anwendungsuntersuchung?

In der Entwurfsphase einer Anleitung ist es wichtig zu wissen, ob die Interaktionen mit dem Nutzer optimal verlaufen. Die beste Antwort darauf gibt eine Anwendungsuntersuchung.

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Ferry Vermeulen, ferry@instrktiv.com, +49 (0) 176 43444962

Es lässt sich nie ganz vorhersagen, wie Nutzer die Anleitung verwenden und auslegen werden. Das Beobachten und Analysieren der Interaktion zwischen Nutzern, Produkt und Anleitung ist die einzige Art und Weise, um exakt zu ermitteln, wie Nutzer mit dem Produkt umgehen. Genau darum geht es bei der Anwendungsuntersuchung. Eine Anwendungsuntersuchung ist eine systematische Ermittlung der tatsächlichen Interaktion zwischen den Nutzern und einem bestimmten Produkt oder System in erwarteten Verwendungssituationen mit dem Ziel, diese Interaktionen zu verbessern.

Die Informationssammlung in einer Anwendungsuntersuchung besteht aus folgenden drei Phasen:

  1. Untersuchen der Interaktion des Nutzers mit dem Produkt in der Umgebung
  2. Beobachten der Interaktion
  3. Interviews mit Nutzern

Bei einer Anwendungsuntersuchung ist Qualität wichtiger als Quantität. Wir wollen hier nämlich ermitteln, welche Interaktionen vorkommen - wie oft eine bestimmte Interaktion vorkommt, ist von untergeordneter Bedeutung. Praktisch jede Anwendungsuntersuchung ergibt Interaktionen, mit denen weder die Entwerfer noch die Nutzer gerechnet hatten. Anwendungsuntersuchungen sind arbeitsintensiv und werden daher meist mit 5 bis 15 Teilnehmern ausgeführt (Daams, 2011).

Wie sind Interaktionen zu beurteilen?


Es gibt verschiedene Methoden und Techniken, um Einsicht in die Interaktionen zu bekommen. Für die Beurteilung einer Interaktion gibt es zwei Arten: Beurteilung mit Nutzer und Beurteilung ohne Nutzer.

Beurteilung ohne Nutzer
Bei einer Beurteilung ohne Nutzer beurteilt ein Fachmann die interaktiven Aspekte eines Produkts. Da kein Nutzer beteiligt ist und daher auch keine Interaktion beobachtet wird, ist dies keine vollständige Anwendungsuntersuchung. Dennoch erfolgt diese Beurteilung bei der Entwicklung jeder Anleitung. Um die interaktiven Aspekte eines Produkts festzulegen, wird eine Aufgabenanalyse verwendet. Bei einer Aufgabenanalyse wird die Frage gestellt, welche Aufgaben ausgeführt werden müssen, um das gewünschte Resultat hervorzubringen. Die Produktnutzung wird dabei in mehrere Schritte oder Aufgaben unterteilt. Der Zusammenhang der Aufgaben wird durch eine hierarchische Analyse wiedergegeben. Das Ergebnis einer Aufgabenanalyse ist eine Liste mit Aufgaben, die ein Nutzer ausführen muss, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.

Die Aufgabenanalyse verschafft Einsicht in die Komplexität einer bestimmten Sache. Daraus kann abgeleitet werden, zu welchen Schritten neben Text auch Illustrationen gewünscht sind oder welche Schritte in einer Illustration zusammengefasst werden können.

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Um die vielen Phasen, aus denen der Nutzungsprozess eines Produkts besteht, zu analysieren (eine gute Anleitung muss alle Nutzungsphasen eines Produkts behandeln!), kann die untenstehende Tabelle verwendet werden. In dieser Übersicht werden die Nutzungsphasen eines Produkts benannt. Diese Einteilung wird auch in den IEC 82079-1 Instructions for Use verwendet. Für jede Nutzungsphase können die dazugehörigen Aufgaben erfasst werden.

Nutzungsphase

  1. Anschaffen
  2. Warnen
  3. Befördern
  4. Installieren
  5. In Betrieb nehmen
  6. Verwenden/ Bedienen
  7. Warten
  8. Reparieren
  9. Enstorgen

Beurteilung mit Nutzer
Bei einer Beurteilung mit Nutzern beobachtet ein Forscher die Interaktion der Nutzer mit dem Produkt. Nach der Untersuchung wird ein Interview durchgeführt. Die Ergebnisse verschaffen Einsicht in die Benutzerfreundlichkeit der Anweisungen. Die Beobachtung erfolgt unbemerkt, ohne dass sich der Forscher in die Situation einmischt. Hier werden weder Aufträge gegeben noch Fragen gestellt. Idealerweise wird das Verhalten des Nutzers gefilmt, um es hinterher evaluieren zu können. Nach der Beobachtung wird der Nutzer interviewt. Bei dem Interview wird nach dem eigenen Handeln gefragt, um auf diese Weise die Interaktion zu verbessern. Dieses Interview kann einzeln wie in der Gruppe durchgeführt werden. Ein großer Vorteil von Gruppeninterviews ist, dass die Teilnehmer einander ergänzen und dadurch wieder neue Reaktionen hervorrufen. Ein Nachteil ist, dass sich die Nutzer zu sehr beeinflussen und die lautesten am besten gehört werden.

user research

Ferry Vermeulen

Gründer von INSTRKTIV und Diplom Ingenieur der Produktinnovation. Möchte Nutzern helfen, die Verwendung eines Produktes zu meistern und so zu einer positiven Nutzererfahrung (UX) beitragen. Möchte Unternehmen helfen, deren Produkthaftung zu verringern. Großer Fan von Kochen, Reisen und insbesondere elektronischer Musik. Auch auf:
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